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Um aufzuzeigen, wie Al Bielek unwahre Informationen über sein eigenes Leben (sein angebliches Leben als
Edward Cameron und andere unwahre Behauptungen über seinen Bruder und seinen Vater) verbreitet hat, nutzen wir wiederum
die Niederschriften von drei seiner Interviews sowie Informationen von seiner Web Site
http://www.bielek.com.
Screen shots einiger Web Seiten von bielek.com werden ebenfalls in diesem Bericht gezeigt. Die schriftliche Aufzeichnung seiner Rede anläßlich der MUFON Konferenz vom 13. Januar 1990, wurde erstellt von Clay Tippen und wurde im Oktober 1992 von Rick Anderson korrigiert. Die zweite Quelle, die wir nutzen , ist ein von Susanne Konicov im Jahre 1992 für die Zeitschrift CONNECTING LINK, Ausgabe 19 durchgeführtes Interview mit Al Bielek. Das dritte Interview wurde im August 1997 von Kenneth Burke im Rahmen des Global Sciences Congress in Daytona Beach, Florida geführt. |
Screen shot von bielek.com |
Für den einfachen Mann von der Straße ist die Geschichte von einem streng geheimen US-Marine Experiment, daß während des Zweiten Weltkrieges stattfand, eine faszinierende und aufregende Sache. Al Bielek ist ein begabter Redner und in seiner Art, wie er seine Version des Philadelphia Experiments vorträgt, sehr überzeugend. Dennoch, mit dem kritischen Blick eines Detektivs, der nicht nur ein passiver Leser und Zuhörer ist und der sich mit historischen Fakten des Zweiten Weltkrieges und der technischen Entwicklung seit dieser Zeit auskennt, wird es schnell ersichtlich, daß Bielek echte historische Fakten mit Erfindungen vermischt hat. Zusätzlich hat er sich Themen von anderen Quellen 'ausgeliehen', die er dann als Füllstoff für seine eigenen Geschichten verwendet hat.
Die eigentliche Geschichte des Philadelphia Experiments (gemeinhin als PX bezeichnet) wie Bielek sie darstellt, ist im Wesentlichen der Inhalt des ersten Films über das Philadelphia Experiment mit Michael Pare als Hautptdarsteller in der Role des John Herdeg, der im Jahre 1984 in die Kinos und Videotheken gelangte. I n Bieleks Version sind die beiden Matrosen an Bord der USS Eldridge er selbst und sein Bruder. Weiterhin hat er die Idee der Zeitreise in das jahr 1983 vom Film übernommen. Andere Details wurden von der legendären Roswell-Geschichte (US-Regierung hat ersten Kontakt mit Außerirdischen nach deren UFO-Absturz) und von einem weiteren Film mit dem Titel "Alternative III" (Anglia Televison) übernommen. Dieser Film handelt von geheimgehaltenen Mars-Kolonien. Auch das Themengebiet 'Übersinnliche Wahrnehmung' (Remote Viewing) wurde von Bielek in seine Geschichte mit eingebaut.
Bielek hat in all seinen Reden, Vorlesungen und Interviews immer wieder behauptet, daß er früher einmal als eine andere Person unter dem Namen 'Edward Cameron' gelebt hat. Hier nun die entsprechenden Passagen aus seinen Interviews:
Aus seiner Rede während der MUFON Konferenz 1990.
Die wichtigsten Stellen sind farblich herausgestellt.
(Anmerkung: Um die Interview-Zitate nicht zu verfälschen, haben wir auf eine deutsche Übersetzung verzichtet)
"Now I think at this point, I should say where I came into it, both myself
and my brother. I was born August 4, 1916, in the New York area, to a Mr.
Alexander Duncan Cameron, Sr., the father, and a mother who, I don't believe
was married from what little research we were able to do. Had a rather
uneventful life, but pleasant life, because there was money in the family.
My brother was born in May of 1917. And we went on our merry way. Had a ball
as it was, didn't have any worries about money. Came the Depression years,
we decided to go to school and get an education. He went to the University
of Edinburgh, Edinburgh, Scotland, until he graduated in 1939, in the summer
of '39 with a PHD in physics. I went to Princeton, Bachelor's and Master's;
I went to Harvard for my doctorate. Earlier, von Neumann said, "You don't
want to get your doctorate here at Princeton. Go to Harvard, it's a better
school. So I took a doctorate out at Harvard; I think it was in August of '39.
In the meantime I should add, there were some other things going in the
background, and that background happened to be our father.
. . .
Now one of the other things that had to be done eventually was to develop a
special crew. This came a little bit later. January of '41, the Navy decided
that my brother and I needed some sea duty, so they transferred us to Brooklyn
Navy yard, and about a month or so later we were assigned to the Pennsylvania,
an old-line battle wagon, and we went out into the Pacific. We were out there
most of the year of 1941. Along about October of '41, when the Pennsylvania
was brought in to Pearl Harbor to dry dock for some repairs, we took some
leave and eventually went to San Francisco. We had a ball in San Francisco
in those days, but we were there during that period of October, late October,
early November; and in November it was finally decided that we go back to
Pearl Harbor. Our orders were cut and on December 5th we were getting on
the runway for the aircraft at the Naval Air station to be sent back to
Pearl Harbor when we were intercepted by a captain in the Navy and addressed
us by our ranks, and said, "Your orders are cancelled. Come with me." We
followed him to an upstairs room in the Naval Air station and we were met
by Hal Bowen, Sr., who said, "Gentlemen, your orders have been cancelled.
You may as well know that we will be at war with Japan within 48 to 72 hours.
We expect them to attack Pearl Harbor. You're much too valuable to send back
to Pearl Harbor; you will stay here in the San Francisco area. You can do
paper work. You will be assigned to the Pennsylvania; its home berth is San
Francisco. You can finish out your year's tour here in San Francisco. You will
then be returned to the Institute to continue your work. Enjoy it while you
may, because there will be no leave time, and there will be nothing but hard
work after you're back there." So we did. We enjoyed it. And eventually we
went back there in January of '42."
Das also sind Bieleks Behauptungen aus seiner Rede von 1990. Um einen Vergleich mit den weiteren Auszügen zu erleichtern, fassen wir seine Kernaussagen hier kurz zusammen:
Viele dieser Angaben wiederholt Bielek im Laufe des Interviews mit
Susanne Konicov für die Zeitschrift CONNECTING LINK, Ausgabe 19 im Jahre 1992:
"Alfred Bielek was born on August 4, 1916 as Edward A. Cameron II, son of
Alexander Duncan Cameron, Sr.
My father (Alexander Duncan Cameron, Sr.) enlisted in the U.S. Navy prior
to the U.S. entry into World War 1. He sired me and later A. Duncan Cameron,
Jr. (May 1917), by different mothers.
Both Duncan and 1, as half-brothers, were raised largely by Aunt Arnold in
the Big House, still in West Islip, Long Island (father remained in the Navy
until 1930, when he was retired with a pension). Since there was no lack
of money (due to the Arnold/Constable Department Store fortune), Duncan Jr.
and I (upon completion of high school) attended different universities. I
went first to Princeton, and later to Harvard, obtaining a Ph.D. in physics.
Duncan attended the University of Edinborough (Edinborough, Scotland), also
obtaining a Ph.D. in physics, in the summer of 1939.
In September of 1939, both Duncan and I enlisted in the U.S. Navy-taking
commissions as Lt. (J.G.) and then attending a 90-day training school for
"Special Assignment" Navy personnel at Providence, Rhode Island.
Somit blieb Bielek bei seiner ursprünglichen Version seiner Familiengeschichte und mit den Fotos von seiner Web Site (die er als Untermauerung seiner Geschichte präsentiert) hatten wir nun genug Material zusammen, um eine gründliche Spurensuche zu beginnen.
Auf seiner Web Site bielek.com können die meisten seiner Angaben nachgelesen werden.
Verglichen mit seiner früheren Version hat Bielek nur unwesentliche Dinge verändert. Auf seiner Web Site von 1998 gibt er nun zum ersten Mal den Namen seiner Mutter preis und das sie auch tatsächlich mit seinem Vater verheiratet war. In seinem 1990er Interview hatte er noch gesagt, daß er nicht genau wüßte, ob seine Eltern verheiratet waren oder nicht ("I don't believe [she] was married from what little research we were able to do."), Nun, es ist ja auch durchaus möglich, daß Bielek in der Zwischenzeit etwas Familienforschung betrieben hatte, aber eine andere Sache, die er im Jahre 1992 seiner Geschichte im dem von Susanne Konicov geführten Interview hinzugefügt hatte, ist eine genauere Betrachtung wert:
"Both Duncan and I, as half-brothers, were raised largely by Aunt Arnold in the Big House, still in West Islip, Long Island (father remained in the Navy until 1930, when he was retired with a pension)."
Und tatsächlich, wir waren in der Lage, das von Al Bielek als 'Cameron Estate' bezeichnete Anwesen zu finden. Es befindet sich in Bay Shore,
einer Kleinstadt mit etwa 35 000 Einwohnern in Suffolk County.
Es gelang uns ebenfalls, jemanden zu finden, der uns ein paar aktuelle Fotos des Hauses und zusätzliche Hintergrundinformationen besorgte. Arnold Manor, wie
das Anwesen heute genannt wird, war früher ein herrschaftliches Haus, in dem nur eine Familie lebte, die Familie der 'Tante Arnold', wie Bielek sie nannte.
Das Anwesen wurde vor Jahren umgebaut und beherbergt heute mehrere Mieterparteien in einzelnen Appartments, die Adresse jedoch ist immmer noch
1000 Montauk Highway in West Islip, NY. Wie Sie sicherlich bemerkt haben, weckt der Straßenname Erinnerungen an einen anderen sehr bekannten Ort.
Der Montauk Highway, wie die Route 27A in diesem Teil des Landes genannt wird, führt auf direktem Weg zu einem anderen mysteriösen Ort:
Zur Montauk Air Force Station.
Um Ihnen einen Eindruck zu geben, wie das ehemalige 'Cameron Estate' heute aussieht, zeigen wir Ihnen hier einige Aufnahmen.
![]() Cameron Estate 1993 |
![]() Arnold Manor 2001 |
![]() Arnold Manor 2001 |
Um diesen Abschnitt unseres Berichts abzuschließen, sei noch erwähnt, daß wir eine nette ältere Dame namens Nancy Donahue ausfindig machen konnten, die für die Sagtikos Historical Society arbeitet. Diese Gesellschaft kümmert sich um ein weiteres Herrenhaus, Sagtikos Manor. Sagtikos Manor ist eine historische Gedenkstätte etwa eine Meile östlich von Arnold Manor. Der Geschichte nach hatte hier einmal der amerikanische Präsident George Washington im späten 18en Jahrhundert übernachtet, als Sagtikos Manor noch ein Gasthof war. Mrs. Donahue wurde über die Leute befragt, die während der 30er und 40er Jahre in Arnold Manor gelebt hatten, und sie konnte sich gut an Annie Arnold erinnern (die wohl mit der von Bielek genannten 'Tante Arnold' identisch ist), aber sie hatte keinerlei Erinnerung daran, daß zwei Jungs dort mit Ihrer Tante gelebt haben sollen. Die entsprechenden emails unserer Kontaktperson in West Islip können Sie hier nachlesen.
![]() A. Cameron |
Trotz Bieleks detailierten Angaben über seine Herkunft und die seines Bruders war es nicht möglich,
die Existenz eines Edward Cameron II, geboren am 4. August 1916 in Bay Shore nachzuweisen. Jedoch gelang es uns sehr wohl, mit
Hilfe der auf seiner Web Site bielek.com verfügbaren Informationen, tatsächlich die echte Identität der Person zu klären, welche als 'Ed Cameron'
mit einem Foto dargestellt wird. Durch seine Web Site hatten wir nun ein paar Fotos,
die angeblich aus einem Jahrbuch der Universität von Princeton stammen, uns jedoch auf die richtige Spur brachten. Es sei angemerkt, daß der Name unter dem besagten Foto
einwandfrei als 'A. Cameron' zu lesen ist (Bielek schreibt, das es sich um Edward Cameron handelt) und eine weitere
Ungereimheit auf Bieleks Web Site darstellt.
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![]() "Foto von Ed Cameron aus dem |
Es ist außerdem sehr interessant, sich einmal den html-Quellcode der entsprechenden Seite von Bielek Web Site anzusehen, speziell den Teil, der sich auf das 'Princeton yearbook 1936 showing photo Ed Cameron' Foto bezieht:
"Thank you for your inquiry concerning Alexander Cameron and Malcolm G. Cameron, both of Princeton University’s Class of 1936. The photographs of these individuals in The Nassau Herald correspond with other images of them in our collections. I have located some general information on these two men, as follows:
Alexander Cameron, III was born September 15, 1912. He attended St. George’s, Newport before entering Princeton in 1932 and did not attend any other colleges as far as I could determine. He withdrew from Princeton in 1934 to enter the yarn business and lived in Pennsylvania. Mr. Cameron died in 1999."
Malcolm G. Cameron was born March 20, 1913. He attended the Hun School and Woodberry Forest and entered MIT in 1931. He left MIT and entered Princeton in 1932, withdrawing in 1935. Mr. Cameron lived in Virginia and was in the aviation business. He died in 1981.
Etwas in dieser Art hatten wir ja schon erwartet, aber nun hielten wir den Beweis in den Händen.
Der Mann auf dem Foto von Bieleks Web Site ("The Life of Ed Cameron") war nicht
Ed Cameron, es war jemand mit Namen Alexander Cameron und dieser Mann hatte völlig andere biographische Daten!
Als zusätzlichen Beweis erhielten wir eine Antwort von Mr. Tom Hyry, Archivist der Yale Universität, welche hier wiedergegeben ist:
"Your request regarding the attached digital image of a yearbook page depicting A. Cameron and M. G. Cameron was forwarded to the Manuscripts and Archives Department. If you look closely at the image, you can make out the words "Princeton University" in the seal at the top of the page, which suggests this reproduction was not taken from a Yale yearbook. To make sure, I checked the _Catalogue of Yale University Alumni, 1924-1954_, and neither Cameron is listed.
Diese beiden emails enthielten somit einige sehr aufschlußreiche Fakten:
1. Es gab niemals eine Person mit dem Namen Ed (oder Edward) Cameron an der Universität von Princeton im von Bielek genannten Zeitraum.
2. Das Foto von bielek.com zeigt in Wirklichkeit Alexander Cameron III, der 1999 verstorben ist.
3. Das besagte Foto wurde im Quellcode der Web Seite von bielek.com absichtlich in "Yale_yearbook.jpg" umbenannt,
um eine falsche Spur zu legen, falls jemand tatsächlich versuchen würde, die Herkunft zu klären.
Die Existenz des echten Alexander Cameron III beflügelte uns in unserem Bemühen, weitere Hintergrundinformationen über diese Person ausfindig zu machen.
Nun hatten wir herauszufinden, warum und wie dieser Cameron als 'Platzhalter' für die Person ausgesucht worden war, die Al Bielek angeblich in einem früheren
Leben einmal gewesen ist - Ed Cameron. Aufgrund des gleichen Nachnamens 'Cameron' war es sehr wahrscheinlich, daß Duncan Cameron (when das sein wirklicher Name sein sollte)
seine 'Familienbande' mit in Bieleks Familengeschichte hat einfließen lassen. Ausgestattet mit dem vollständigen Namen des Alexander Cameron III und einem Foto von ihm, forschten wir
nun in diese Richtung weiter. Nach einer Weile erhielten wir auf Nachfrage weiteres Material von der Princeton University. Am 21. Mai 2001 erhielten wir von Mrs. Kate
Holland (Alumni Records Office, Princeton University, KHolland@Princeton.edu) per Post die Fotokopien einiger aufschlußreiche Dokumente zugesandt. Eine Kopie des "The Freshman
Herald" zeigte exact das gleiche Foto von Alexander Cameron III, welches auf der Seite von bielek.com zu sehen ist, sowie
einige weitere Daten über dessen Leben. A. Cameron wurde am 15. September 1912 in einem Ort namens "The Peak" in Wernersville, PA geboren. Aus dem Band "Fifth Year Herald" des Jahres 1941
erfuhren wir, daß Alexander Cameron III ein Geschäftsmann im Textilbereich geworden war. Er lebte in Greenfields, R.D. 2, Reading, PA und war mit einer Rosemary B. Hoff seit dem Juni 1936
verheiratet. Zwei Kinder, Rosalie Haxall Cameron and Alexander Cameron IV entsprangen dieser Ehe.
Mit Hilfe dieser ganzen Informationen war es uns schließlich möglich, die Enkelin dieses Alexander Cameron III zu finden.
Wir konfrontierten sie auch prompt mit den Behauptungen, die Bielek über ihren Großvater gemacht hat.
Der name dieser Dame is M. Long, ihr vollständiger Name und ihre Anschrift sind uns bekannt, doch aus weil Sie im Hintergrund bleiben möchte, werden wir
ihre Adresse hier nicht bekant geben.
"My grandfather, Alexander Duncan Cameron was born and grew up in Babylon, LI, NY. About 1910 or so he married my grandmother, Evelyn Hollins Nicholas.
They had two children, a son, Alexander Duncan Arnold born 1912 and my mother Evelyn Stuart Arnold in 1914. Just for your information, my grandfather was
adopted by his Aunt, Annie S. Arnold of the Arnold Constable Department Store - NYC, and that's why my uncle and mother have the last name of Arnold.
He soon removed himself from this marriage and moved West. I have found him on the 1917 Civilian Draft Registration Rolls in Biose, Idaho. After a
few years he returned to Bayshore, LI where he lived until 1961 when he moved to Florida. From Florida he moved to Cape Hattaras, North Carolina in
about 1970. He was married 6 times. I can name all the wives with the exception of the second. He was a frequent visitor in our household and was never
"missing". His son, Alexander Duncan Arnold went to private school in NY and then to college at NYU. He also has never been "missing". When his Aunt
died, he changed his name from Arnold back to Cameron, his birth name. I am in the process of researching his mother's side of the family. His material
side were Carll's and Snedecor's from Long Island. He has two other known children by a wife other than my grandmother. These children are about 53 and
50. A boy and a girl. This son has the name of Alexander Cameron. I do not think his middle name is Duncan.
As for the pictures on the Bielek page;
The photograph of Alexander Duncan Cameron on the top of the page is definitely my grandfather. The photo on to
the left, indeed looks as he must have as a younger man. I do not recognize any of the others."
Die Übersetzung dieser bedeutsamen email:
Was diese Bilder auf der Web Site von Bielek angeht: Der Mann auf dem Foto von Alexander Duncan Cameron ganz oben ist mit absoluter Sicherheit mein Großvater.
Das Foto links auf der Seite sieht aus wie mein Großvater in jungen Jahren. Die anderen Personen kenne ich nicht."
Nun, das alles paßte wunderbar in das Bild, daß wir uns vom echten Alexander Duncan Cameron gemacht hatten. Und es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Al Bielek
die Lebensläufe anderer Personen gefälscht hat, damit sie in seine absonderliche Geschichte passen.
Al Bielek hat wiederholt behauptet, daß sein Bruder Alexander Duncan Cameron die Universität von
Edinburgh in Schottland besuchte, und sein Studium im Jahre 1939 mit einem Doktortitel in Physik abschloß. Wir hatten ja schon gesehen,
wie Bielek unwahre Behauptungen über seine eigene Ausbildung gemacht hatte, und so entschlossen wir uns, auch die
Ausbildung seines Bruders einmal näher zu beleuchten. Wir schickten Anfragen an die Universität von Edinburgh, die früher auch
Universität von Edinborough genannt wurde. Tatsächlich gibt es auch heute noch eine Universität von Edinborough, aber die befindet sich in
Pennsylvania, USA. Die Antwort, die wir erhielten, war genau das, was wir schon erwartet hatten. Edinburgh konnte nicht bestätigen,
daß kein Student mit dem Namen Alexander Duncan Cameron die Uni in den Jahren besucht hatte, geschweige denn mit einem Doktortitel verlassen hatte, in denen laut Bielek sein Bruder dort
gewesen sein muß. Wir stellten also fest, daß weder die Studienzeiten von Bieleks Halbbruder noch von Bielek selber nachgewiesen werden können, so daß auch hier wohl die
Phantasie mit Bielek durchgegangen sein muß.
Was die angebliche Militärdienstzeit von Al Bielek und seinem Bruder angeht, so behauptet er, daß er und sein
Bruder im September 1939 als Offizieranwärter in die US Navy eingetreten sind. Beide haben eine 90 Tage
dauernde Grundausbildung in Providence, Rhode Island absolviert. Sie haben damit eine verkürzte Grundausbildung
erhalten, die bei den Amerikanern allgemein als das "90-Tage-Wunder" berühmt und berüchtigt wurde ('in 90 Tagen zu Offizier', so der Slogan).
Diese verkürzten Ausbildungsgänge wurden aus der Not heraus eingeführt, dem rapide wachsenden Bedarf an Führungspersonal Anfang
1940 gerecht zu werden.
Auch die Brown Universität schrieben wir an. Nach den historischen US Navy Unterlagen war diese Universität der einzige Ausbildungsort auf Rhode Island,
wo diese verkürzten Grundausbildungen durchgeführt worden sind.
Die Brown Universität antwortetet uns, daß diese 90-Tage-Ausbildungsgänge erst ab
dem Herbst 1940 stattgefunden hatten, so daß auch diese Behauptung Bieleks wiederlegt werden konnte.
Ein weiteres recht zweifelhaftes Foto kann man ebenfalls auf der Web Site "The Life of Ed Cameron"
bewundern. Neben der Beschreibung "Final briefing inside the USS Eldridge August 9,
1943" lesen wir als Aufzählung: "Vortragende - A. Yaglu, Don Thor, Oscar Schneider, Lawrence Schmidt
(Maxon Electronics Corp.), Morris Hablagnian, Dr. Vannevar Bush." Es wird auf dem Foto ein sogenannter 'ready room'
an Bord der USS Eldridge gezeigt. Angeblich wurde diese Aufnahme am 9. August 1943
gemacht und zeigt die sogenannte Test Crew der USS Eldridge, die sich zu einer letzten Besprechung vor dem Experiment versammelt hat.
Hier können Sie lesen, was ein echter Experte über das besagte Foto von Al Bieleks
Web Site sagt. Tim Rizzuto, Schiffs-Restaurator des Museumschiffs DE 766, USS Slater, in Albany:
"Auf keinen Fall wurde es an Bord einer DE geschossen. Es gibt da
keinen Raum, der so groß wäre. Ich vermute wegen der
Größe und den falschen Schottwänden, das es wurde auf einem
Flugzeugträger oder einem Kreuzer gemacht wurde.
Ich glaube, das es in den 60ern gemacht wurde, wegen der (modernen) Neonbeleuchtung
und im Gegensatz dazu das alte RBO Radio auf dem Regal an der Schottwand.
Es sieht aus wie eine Messe. Beachte, das es gleichzeitig auch ein miltärisch genutzter Raum ist,
erkennbar an den Anschlüssen für Operationslampen an der Decke.
Nach dem Alter der Männer zu urteilen, glaube ich auch, das es in den 60ern war.
Mit Sicherheit keine DE. Ich gebe das Foto an jemanden weiter, der sich
mit Flugzeuträgern und Kreuzern auskennt. Tim"
Die Antwort läßt keinen Zweifel daran, daß auch dieses Foto der angeblich letzten Besprechung an Bord der USS
Eldridge eine reine Erfindung ist, geschaffen, um Bieleks Geschichte zu unterstützen.
Einige Mitglieder unseres Teams haben persönliche Erfahrungen mit Überlebenden der 'Murmansk Runs' oder deren Familien, und
alle bestätigten, daß es ein Leichtes gewesen wäre, Freiwillige für ein geheimes Experiment zu finden, das als Ziel die Sicherung dieser
Konvoi-Strecke und damit die Reduzierung der hohen Verluste zum Ziel gehabt hätte, auch wenn man ihnen gesagt hätte, daß diese Experimente sehr gefährlich seien.
Dieses deckt sich mit unseren Erkenntnissen, da es sich bei der Test Crew keinesfalls um die späterer reguläre Besatzung der Eldridge gehandelt hat, sondern tatsächlich um
eine Rumpfcrew bestehend aus Freiwilligen, während die vorgesehene Besatzung vor Übernahme des Schiffes im späten Juli in anderen Unterkünften untergebracht war.
Nun, Bielek hat behauptet, daß die Camerons eine wichtige Rolle im Philadelpia Experiment gespielt haben,
das sie sogar eine spezielle Schulung durch John von Neumann erhielten, um zu verstehen, wie das alles 'richtig funktioniert'.
Aber alle von Bielek vorgebrachten Beweise haben sich als unwahr oder Fälschungen erwiesen, und seine Glaubwürdigkeit
ist so vage geworden wie der Nebel, der sich um die Eldridge gelegt hat.
Weitere Informationen fanden wir auf den Web Seiten des Genforums von Genealogy.com. Dieses Forum unterstützt weltweit die Arbeit von Ahnenforschern, und wir baten mit einer Anfrage in diesem Forum
um weitere Informationen bezüglich des Alexander Duncan Cameron aus Bay Shore, NY. Diese erste Anfrage beinhaltete, was wir von der bielek.com Web Site an Angaben über die Camerons zusammentragen konnten.
Auch hier erhielten wir einige bedeutsame Antworten, die einmal mehr belegten, daß Al Bielek sich großzügig bei den biographischen Daten von Personen bedient hat, die absolut nichts
mit dem Philadelphia Experiment oder dem Montauk Projekt zu tun gehabt haben. Die Screen Shots einiger der wichtigsten Antworten zeigen wir Ihnen hier:

A. Cameron
Quelle
bielek.com 
Aus dem "Fifth Year
Herald", Princeton

Aus dem "Freshman
Herald", Princeton

Cameron Biographie,
Princeton

Antwort von H. Van Pelt

Antwort von M. Long
Die Enkelin des Alexander Duncan Cameron berichtet
In einer email datiert vom Oktober 2001 hat uns die Enkelin von Alexander Duncan Cameron einige Fragen beantwortet:
"Mein Großvater Alexander Duncan Cameron wurde in Babylon, LI, New York geboren, wo er auch aufwuchs. So um 1910 hat er meine Großmutter Evelyn Hollins Nicholas geheiratet.
Sie hatten miteinander zwei Kinder, einen Sohn, Alexander Duncan Cameron (Jahrgang 1912) und meine Mutter Evelyn Stuart Arnold, geboren 1914. Zu Ihrer Information sei gesagt, daß mein
Großvater von seiner Tante Annie S. Arnold, der ein Geschäft mit Namen 'Arnold Constable Department Store' in New York City gehörte, adoptiert worden. Das ist auch der Grund, weshalb
mein Onkel und meine Mutter mit Nachnamen Arnold heißen. Bald verließ er [Alexander Duncan Cameron] seine Ehefrau und ging nach Westen. Ich habe einen Eintrag über ihn von 1917 in amtlichen
Meldeunterlagen von Boise, Idaho gefunden. Nach wenigen Jahren kehrte er nach Bayshore, LI zurück, wo er dann bis 1961 blieb und danach nach Florida zog. Von Florida zog er schließlich nach
Cape Hattaras in North Carolina, das war so um 1970. Er war insgesamt 6 mal verheiratet. Ich habe die Namen aller Ehefrauen bis auf die Zweite. Er besuchte uns gelegentlich und wir verloren
nie ganz den Kontakt zu ihm. Sein Sohn Alexander Duncan Cameron besuchte eine Privatschule in New York und danach die Universität von NY. Wir wußten auch von ihm die ganze Zeit, was er macht.
Als seine Tante schließlich starb, änderte er seinen Namen wieder in Cameron, seinem Geburtsnamen. Ich erforsche zur zeit die mütterliche Linie seiner Familie. Da findet man Familien wie
die Carlls und die Snedecors aus Long Island. Er hat noch zwei anderer Kinder aus einer anderen Ehe, nicht von meiner Großmutter. Diese Kinder sind jetzt etwa 53 und 50 Jahre alt, Junge und Mädchen.
Der Sohn trägt den Namen von Alexander Cameron, aber ich glaube nicht, das sein mittlerer Name Duncan ist.Alexander Duncan Cameron und die Universität von Edinburgh
Al Bielek und sein Bruder gehen zur Marine
Die letzte Besprechung an Bord der USS Eldridge
Ich hatte dieses Bild an jemanden geschickt, der mit Sicherheit wissen mußte, wie ein Schiff dieser Klasse von innen aussah. Niemand anders
kam in Frage, als die Leute, die einen der letzten drei existierenden Destroyer Escorts der Cannon Klasse in den USA betreuen. In Albany, New York
kann man die USS Slater (DE 766) besuchen, die dort als Museumsschiff vor Anker liegt.
Mr. Tim Rizzuto, der sich um diese Schiff kümmert, erhielt von mir das besagte Foto von
Bieleks Web Site und ging dann mit diesem Foto in der Hand durch das ganze Schiff, vom Bug bis zum Heck und war nicht in der Lage, einen Raum zu finden, der auch nur annähernd
mit dem Raum auf dem Foto Ähnlichkeiten aufwies. Sie können sich auch gerne selber überzeugen, denn glücklicherweise bieten die Leute vom Museumsschiff USS Slater
seit kurzem auch eine Virtuelle Tour durch ihr Schiff an.
Der Ward Room und
die Crew Messe sind die größten Räume an Bord, aber immer noch um ein Vielfaches kleiner als der Raum auf dem Foto "The Final Briefing".
Um ganz sicher zu gehen, schrieb ich sogar zwei alte Veteranen an, die einmal während des Zweiten Weltkrieges auf Schiffen dieser Klasse Dienst getan hatten.
Beide sahen sich das Foto genau an und bestätigten ebenfalls, daß diese Aufnahme niemals einen Raum an Bord eines Destroyer Escorts der Cannon Klasse zeigt. Zur Erinnerung:
Die USS Eldridge war ebenfalls ein Schiff dieser Klasse, baugleich mit der USS Slater.
The Final Briefing ?
Die Philadelphia Experiment Test Crew